Ausflug „Weißenhofsiedlung “

Stuttgarter Stadtgeschichten - ein Rückblick

Datum 10.11.2019

Unserer Geschichtsverein besuchte im November 2019 die einzigartige „Weißenhofsiedlung“ in Stuttgart auf dem Killesberg – ein Weltkulturerbe der UNESCO. Wir hatten eine spannende 1,5 Stunden andauernde Führung durch einen sehr engagierten jungen Kunsthistoriker durch dieses einzigartige Wohnviertel konzipiert nach den Prinzipien des Bauhausstils.  

Wir erlebten eine sehr informative Führung- absolut empfehlenswert für Stuttgart-Besucher. Die Weißenhofsiedlung entstand als Teil der Bauausstellung der Stadt Stuttgart und des Deutschen Werkbundes 1927 und gilt heute als eines der bedeutendsten Architektursiedlungen der Bauhausepoche in Deutschland.

Unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe schufen hier 17 Architekten in unmittelbarer Nachbarschaft ein mustergültiges Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen. Dabei fanden sie Antworten auf die Frage: Wie kann günstiges und modernes Wohnen in einer Großstadt aussehen? Das ist heute mindestens so aktuell wie damals.

Danach besuchte unsere 12-köpfige Exkursionsgruppe das städtische Museum für Stuttgarter Stadtgeschichte - das Stadtpalais - ein kleiner Geheimtipp in Stuttgart! Ein sehr liebevoll und hochwertig eingerichtetes Stadtmuseum. Eine etwas ungewöhnliche Besucher-Führung durch die Ausstellung, eher nicht historisch sortiert, aber eben thematische Info-Inseln und einer tollen Landkarten-Video-Projektion im ersten Stock mit 15 Minuten Visualisierung aller wichtigen Themen rund um das Stuttgarter Stadtbild. Alles in allem ein schöner Ausflug bei bestem Wetter. JT

Doppelhaus von Le Corbusier in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart (1927)  - Musterbeispiel für die damals in der Bauhausarchitektur entwickelten 5 neuen Grundprinzipien in der Architektur - die "Stützen" (freistehende Pfosten), der "Dachgarten" (Flachdächer), die "Langfenster" (große Fensterflächen), die "freie Grundrissform" und eine neue "offene Fassadengestaltung" durch das Zusammenspiel mit den Pfosten.

Neuenstein

Schloss Neuenstein – Von Mauserei bis Meuchelmord

Datum: 28.09.2019

„Die Freunde Sinsheimer Geschichte e.V.“ haben ihre Freundschaft gepflegt. Am 28. September ging der erste Ausflug nach Neuenstein, ins benachbarte Hohenlohe. Nach einer Stärkung mit Brezel vorm prächtigen Schloss, das Harry Potters Hogwarts durchaus Konkurrenz machen könnte, ging es in den Renaissance-Bau der Grafen von Hohenlohe-Neuenstein. Bereits im Waffensaal staunten die 23 Ausflügler aus Sinsheim nicht schlecht. Da gab es Hundepanzer für die Jagd zu bewundern, filigran gravierte Prunkwaffen und auch das „Haustier“ der Hohenlohe war nicht weit: der Phönix in Form einer hängenden Schmuckfigur mit dem Familienmotto „ex flammis orior“. Dann ging es weiter in die verwinkelten Schlossgemächer. Wer würde nicht gerne auf den handgeschnitzten barocken Schlitten eine lustige Fahrt unternehmen?

 

Ein Raum beeindruckte die Sinsheimer Besucher ganz besonders. Die Hohenlohe hatten einen eigenen Karl Wilhelmi. Ende des 18. Jahrhundert war es Hofrat Hansselmann der jenseits des Limes Spuren der römischen Antike aus der Erde holte. Zahlreiche Grabungsfunde und Zeichnungen von ihm zeigte Schlossführer Hallacek in einem Raum. Im Rittersaal und der Schatzkammer der Hohenlohe beeindruckten Elfenbeinschnitzereien und prachtvolle Ausstattungsgegenstände.

 

Nach einer gemeinsamen Einkehr in der „Goldenen Sonne“ stärkte man sich für den „kriminellen“ Teil des Tages. Im Schloss ist ebenfalls das Hohenlohe-Zentralarchiv untergebracht. Archivmitarbeiter und Buchautor Jan Wiechert zeigte den Geschichtsfreunden nicht nur die gut verborgenen Gänge voller Archivalien, sondern nahm die Gruppe mit auf die Führung „Von Mauserei und Meuchelmord“. Er erklärte wie Recht gesprochen wurde in der Vergangenheit und dass es ein ganz wichtiges Privileg der Herrschaft war. Dementsprechend gab es Rituale, Sitzordnungen und auch besondere Ordnungen wie der zum Tode Verurteilte zum Richtplatz geführt wurde. Das Schaurige dabei, der Schulchor führte den Zug mit kirchlichen Gesängen an. Doch so häufig wurde nicht gehängt, in Langenburg im Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert, über einen Zeitraum von 80 Jahren kein einziges Mal.

 

Die Gruppe gruselte dennoch ein wenig als sie ein echtes Corpus Delicti von Nahem betrachten durften: das so genannte „Sperrnagel“-Messer, ein 500 Jahre altes Brotmesser, mit dem ein anderer zu Tode kam. Das tragischste Stück, das sich im Archiv in einer Akte erhalten hat, ist ein Strumpfband, mit dem eine verzweifelte Mutter 1725 ihr Neugeborenes erdrosselte. Jens T.

© 2020 Freunde Sinsheimer Geschichte e.V

Hauptstraße 90 • 74889 Sinsheim

Tel: 07261 3912

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